Samstag, 28. Oktober 2017

rezepte: sauerkraut im glas





Seit wir fast alles in Hochbeeten anbauen, wächst auch das Kraut jedes Jahr wunderbar. Dieses Jahr haben wir es nicht auf den ArcheNoah-Markt im Frühling geschafft, aber das Saatgut habe ich trotzdem dort bestellt. Es gibt einfach nicht wirklich viel Auswahl an biologischem Saatgut hier in der Gegend. Ab und an finde ich etwas beim beim Gea-Laden in der nahegelegenen Stadt, aber dort komme ich auch nur selten hin (die Waldviertlerschuhe halten einfach zu gut und wir brauchen kaum neue zu kaufen *zwinker*). Die Krautpflänzchen habe ich im Glashaus im späten Frühling vorgezogen und dann nach den Eisheiligen in ein Hochbeet gepflanzt. Etliche wunderschöne Krautköpfe sind da gewachsen, vieles haben wir auch frisch als Krautsalat oder verkocht zu Bigos genossen. Sehr viel jedoch haben wir zu Sauerkraut im Glas verarbeitet. Etwas, das uns seit Jahren schon gut gelingt und vor allem auch allen schmeckt. Die relativ überschaubaren Portionen in den Schraubgläsern sind auch perfekt, vor allem, weil Sauerkraut meist nur eine von mehreren Beilagen ist und auch 6 Personen nicht unbedingt Massen davon essen (wollen). Die ersten Sauerkrautversuche waren nach Anleitung aus  Das große Biogarten-Buch, in dem sich einfach immer wieder etwas Brauchbares findet. Dann wurden wir mutiger und experimentierten ein wenig herum. Wir schneiden mittlerweile auch Karotten dazu oder würzen nach Belieben auch unterschiedliche "Sauerkraut-Sorten". Und: wir schneiden mit der Hand. Einerseits mangels eines richtigen Krauthobels - und andererseits: weil es genauso gut gelingt und wir so Abend für Abend kleinere Mengen (d.h. 2-3 Krautköpfe) verarbeiten können.
Im Prinzip ist es ganz einfach:
- Wasser in einem großen Topf kochen, dann in Krüge füllen zum Abkühlen lassen
- Kraut klein schneiden (oder hobeln)
- mit Salz und anderen Gewürzen (evt. Gemüse) mischen (in einer großen Schüssel) und festdrücken
- eine Weile stehen lassen (bei uns ca. 15-30min)
- dann abfüllen in Gläser (zu ca 2/3 füllen) und auch da festdrücken
- mit abgekühltem, abgekochtem Wasser auffüllen, bis das Kraut komplett bedeckt ist
- fest zuschrauben
Danach stehen die Gläser ungefähr zwei Wochen bei uns in der Küche an einem hellen, aber nicht sonnenbeschienenen Platz (auf einem Tablett, falls ein Glas undicht sein sollte und Saft ausrinnt). In dieser Zeit wölbt sich der Deckel der Gläser und man sieht kleine Bläschen aufsteigen. Danach stellen wir die Gläser in unseren Erdkeller - dort ist es kühl und dunkel. Etwa um die Weihnachtszeit versuchen wir das erste Kraut. Wenn es noch nicht so gut schmeckt, warten wir mit dem nächsten Öffnen nochmal gut zwei Wochen. Bislang war das Kraut aber in den Weihnachtsfeiertagen immer perfekt, wenn wir es Anfang Oktober hergestellt haben. Viel Freude beim Nachmachen :)

Kommentare:

  1. Funktioniert das denn tatsächlich ohne Kneten? Sauerkraut im Glas habe ich vor ein oder zwei Jahren schon mal versucht, das war an sich lecker, aber das Kraut war noch zu hart, weil ich nicht genug gekneten hatte. Allerdings musste da, anders als bei dir, kein Wasser rein. Ob das so einen Unterschied macht? Steht in deinem Buch vielleicht was dazu?
    Auf jeden Fall danke für die Erinnerung, es wieder einmal mit Sauerkraut zu probieren.

    Viele Grüße
    Karin

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    1. Das "Mischen" könnte man durchaus als "Kneten" bezeichnen :-)
      Ich mache das mit der Hand und drücke es dann auch richtig fest. Im Buch steht, dass das besonders wichtig ist, dieses Andrücken (dann auch im Glas). Bei uns passt es mit der "Bissfestigkeit", das ein oder andere große Stücke (beim Schneiden mal zu großzügig gewesen...) ist schon etwas härter, aber der Rest ist wirklich so wie man sich das bei Sauerkraut vorstellt :-)

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  2. Danke dir. Mal sehen, wie es diesmal wird, ich will es auf jeden Fall probieren.

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